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Je schlanker, desto besser?

Je schlanker, desto besser? Über eine gesunde Einstellung zum eigenen Körpergewicht

Der große Schlankheitswahn

... wird vor allem in Mode, Musik, Sport, Film und Werbung vorgelebt. Viele Models bringen heute gerade mal 55 kg auf die Waage – bei einer Körpergröße von 1,80 m und mehr. Ultradünn also und leider ein falsches Ideal. Denn in der Realität ist „schlank“ nicht die Lösung aller Probleme und auch keinesfalls gleichbedeutend mit „schön und attraktiv“, mit „dynamisch und erfolgreich“. Was in vielen Fällen tatsächlich hinter der extrem schmalen Fassade steckt: ständiges Hungern, nagende Selbstzweifel, wenig Lebensfreude – und diverse gesundheitliche Risiken. Dazu zählen übrigens nicht nur Essstörungen wie Magersucht, sondern auch Mangelerscheinungen, ein erhöhtes Infektrisiko und eine beeinträchtigte Fruchtbarkeit.

 

Die Figur verändert sich – bei jedem anders

Gerade ab der Pubertät nehmen Wachstum und Entwicklung sichtbaren Einfluss auf die Körperzusammensetzung. Manche schießen in die Höhe, andere gehen eher in die Breite. Muskel- und Fettanteil verändern sich bei Jungen und Mädchen unterschiedlich, und gerade Mädchen und junge Frauen entwickeln in den meisten Fällen die typischen weiblichen Rundungen. Das ist vollkommen normal und absolut gesund. Genau so, wie jemand eine kleinere Nase oder längere Finger hat, hat die eine breitere Hüften und die andere z. B. schmalere Beine. Sich damit anzufreunden, ist natürlich nicht immer leicht. Schwierig kann es vor allem werden, wenn schlankere Freundinnen vermeintlich mehr Erfolg haben und andere Leute dumme Bemerkungen machen. Unzufriedenheit mit der eigenen Körperform entsteht – und kann dann das Diäten-Dilemma auslösen.

Kein Übergewicht, keine Diät!

Wer normalgewichtig ist, braucht keine Diät. Normalgewichtig heißt übrigens nicht „dürr“ oder „knochig“. Muskeln, Rundungen und ein bisschen Körperfett gehören unbedingt zum Normalgewicht dazu. Wer das versteht und akzeptiert, erspart sich und seinem Körper vieles. Denn mal ehrlich: Würden die vielen, lautstark angepriesenen Diäten wirklich so einfach und sicher funktionieren, warum werden dann ständig neue Abnehm-Strategien propagiert? Und warum lassen gerade Crash-Diäten die Kilos rapide purzeln, aber nur mit kurzfristigem Erfolg? Schon wenige Wochen später zeigt hier die Waage mehr an als vor der Diät. Entsetzen, Frustessen, neue Crash-Diät – der Teufelskreis ist bekannt.

Tipps für ein gesundes Gewicht und Körpergefühl

Bewusst und in Maßen genießen, sich regelmäßig bewegen und sich ab und zu auch mal etwas gönnen: Wer sich dies in jungen Jahren angewöhnt, hat gute Chancen, ein Leben lang sein Normalgewicht zu halten. Weniger Diötfrust, dafür mehr Lebensqualitöt und Gesundheit – das trögt übrigens mehr zu einer tollen Ausstrahlung bei als eine extrem dünne Taille.

Hilfreich können in diesem Zusammenhang die folgenden Tipps sein:

  • Regelmäßig essen, besser drei feste Mahlzeiten als ständige Snacks zwischendurch.
  • Beim Essen nicht fernsehen, lesen, am Handy spielen. Das lenkt vom Genuss ab.
  • Sich Zeit nehmen und in Ruhe kauen.
  • Gerade wenn man sich gehetzt fühlt: bewusst eine Pause machen und in Gesellschaft anderer essen.
  • Streitgespräche und Auseinandersetzungen beim gemeinsamen Essen vermeiden.
  • Sich Tischpartner mit gesundem Essverhalten suchen. Wer schlingt, alles in sich hineinstopft oder nur auf dem Teller herumstochert, ist bei den Mahlzeiten nicht die beste Gesellschaft.
  • Hände weg von Schlankheitsmitteln und -medikamenten, solche Produkte sind oft mit erheblichen Gesundheitsrisiken verbunden.

Wie definiert sich Normalgewicht?

Als Faustregel wird häufig der Body-Mass-Index, kurz BMI, herangezogen. Er wird nach folgender Formel berechnet: Das Körpergewicht (in Kilogramm) wird durch die Körpergröße in Meter2 (zum Quadrat) geteilt. Als Normalgewicht gilt ein BMI von 18,5 bis 24 Prozent. Gerade bei jungen Menschen und sportlich Aktiven können die Werte aber nach oben und unten abweichen! Ergänzend zum BMI kann auch der Bauchumfang Aufschluss geben, er sollte bei jungen Mädchen und Frauen bei normaler Größe weniger als 89 cm betragen.

Fotocredit: © iStockphoto / nensuria